Stellungnahm vum Cathy Fayot iwwert d’Velosbréck

Gemengewahlen 2017, News

Weggeworfenes Geld?

Die viel kommentierte und gelobte Fussgängerbrücke unter der neuen Brücke alias “Pont Adolphe“ anscheinend ein weltweit einzigartiges Machwerk ihrer Art – wurde drei Wochen vor den Gemeindewahlen mit viel Getöse eingeweiht. Politiker aller Couleur zeigten vor, wie man per Fahrrad mit schöner Aussicht das Petrusstal überquert. Die sogen. sanfte Mobilität war in aller Munde und jeder wollte sich Liebkind bei den Radlern machen. Soll doch das Fahrrad ein wichtiger Baustein einer modernen ökologischen Mobilitätspolitik sein.

Auch die Fussgänger waren erleichtert, sich endlich wieder frei auf dem Bürgersteig der Brücke bewegen zu können und nicht mehr der Gefahr einiger rasender Radler und Roller aller Art ausgesetzt zu sein. Denn wenn auch die meisten Radler Rücksicht auf die Fussgänger nehmen, so enthält das chaotische, nicht klar reglementierte Mit- und Durcheinander von Fussgängern und Radlern auf der Brücke eine Gefahr für das schwächste Glied in der Kette, nämlich die Fussgänger.

Billig ist die Fahrradunterführung allemal nicht. Aber jeder ist bereit, dieses Geld für die Sicherheit der Radler auszugeben, denen man nicht zumuten kann, an dieser Stelle die Strasse mit dem massiven Autoverkehr zu teilen.

Nun, einige Tage später nach der glanzvollen Einweihung, zeigt sich, dass nur wenige Radler sich ins Untergeschoss  wagen und weiter den kürzeren Weg über den Bürgersteig wählen.

Weshalb dem so ist, ist schwer zu ergründen. Eine Ursache ist wohl, dass Menschen insgesamt sich nur ungern unterirdisch bewegen, ob aus Höhenangst oder aus Sicherheitsgründen. Ein anderer Grund mag sein, dass die Radler einen Umweg in Kauf nehmen müssen, mit einer kleinen Steigung, aber immerhin. Mag auch sein, dass viele Radler nichts von der Fahrradunterführung mitbekommen haben, trotz des massiven Aufwandes ein Wochenende lang. Eine eindeutige Beschilderung zur Fahrradunterführung gibt es nämlich nicht.

Die Kirsche auf dem Kuchen ist aber schliesslich, dass, kaum war die Einweihungsfeier zu Ende, die Arbeiter wieder den eben wohl mit viel Überstunden fertiggestellten Belag wieder aufrissen  um weitere Leitungen welcher Art auch immer noch in das Erdreich zu versenken. Aber in dieser Hinsicht sind die Stadtbewohner so hartgesotten, dass solche Lappalien sie nicht mehr erschüttern.

Wer für das Ganze politisch verantwortlich ist – der grüne Minister und Erfinder der Fahrradunterführung oder der blaugrüne Schöffenrat – sei dahingestellt. Nachträglich erscheint die Wahlkampfveranstaltung in jeder Hinsicht als Flop!

Cathy Fayot

Gemeinderätin und Fussgängerin