Schifflinger Krisenmanagement in Zeiten von Covid-19

News

Seit nunmehr sieben Monaten hat Covid-19 die Welt fest im Griff. Über 800.000 Menschen kostete das Virus bereits das Leben, darunter 124 allein in Luxemburg. Auch einige Schifflinger befinden sich unter den Opfern, deren Familien und Angehörigen wir an dieser Stelle unser herzlichstes Mitgefühl aussprechen. Ein Ende der Krise ist weiterhin nicht in Sicht und die Langzeitfolgen der Krise können nur ansatzweise erahnt werden.

Schifflingen reagierte prompt auf die Krise.

Ein lokaler Krisenstab wurde im März eingerichtet, welcher während des Lockdowns die Tagesgeschäfte – darunter Müllentsorgung, Reinigungsdienste, Administration usw. – regelte und steuerte. Öffentliche Versammlungsorte, wie Spielplätze oder das öffentliche Schwimmbad, wurden provisorisch geschlossen um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Eine Informationsflut setzte ein! Ob über Facebook, durch SMS-Nachrichten oder per Post, die Schifflinger Bürger wurden über jegliche Maßnahmen oder Aktionen, wie beispielsweise das Verteilen der Masken, bestens informiert. Das Motto „Bleift Doheem“ wurde großgeschrieben, was sich u.a. an dem gemeindeeigenen Liefer- und Einkaufsdienst für ältere und besonders gefährdete Mitmenschen zeigte.

Der Schöffen- und Gemeinderat zeigte Einigkeit im Kampf gegen die Frühfolgen des Virus. Einstimmig wurde die Schulplanung nach dem Lockdown abgesegnet (Gemeinderatssitzung vom 20.04.2020). Den wenigen Geschäften und Cafés aus gemeindeeigenen Gebäuden wurden gestattet, bis 2021 die Miete in Raten abzuzahlen (Gemeinderatssitzung vom 20.04.2020). Den etlichen Vereinen, die vom Versammlungsverbot getroffen wurden und finanzielle Einbußen erlitten, wurde mit einer Direkthilfe in Form von extraordinären Subventionen geholfen (Gemeinderatssitzung vom 8.06.2020).

Nichtsdestotrotz!

Die Mühlen der Politik mahlen bekanntlich langsam! So zeigte sich die CSV-Déi Gréng-Mehrheit im Falle einer Direkthilfe für die lokalen Geschäftsleute weniger kompromiss- und entscheidungsbereit als vorher.

Ihr Vorschlag, das während der Krise eingesparte Budget für Lokalfestivitäten in Gutscheine zu investieren, ging der LSAP letztlich nicht weit genug. Die Gutscheine sollten an die Gemeindeangestellten und Senioren verteilt und nur in Schifflingen eingelöst werden.

Für die LSAP-Fraktion bestand jedoch die Gefahr, dass davon nur spezifische Geschäfte, wie beispielsweise Restaurants, Bäckereien o.Ä., profitieren würden. Auf Bitte des Schöffenrates unterbreitete die LSAP den Vorschlag, die Geschäftsleute – mit einigen Ausnahmen – eine Direkthilfe in Höhe von max. 1.000€ zukommen zu lassen. Damit dieser jedoch nicht in der sprichwörtlichen Schublade landet, sollte auf Anregung der LSAP-Fraktion (4. Juli 2020), in der Gemeinderatssitzung vom 10. Juli 2020 darüber diskutiert werden. Gegen die Stimmen der LSAP und DP wurde dies jedoch auf eine spätere Gemeinderatssitzung vertagt.

Download Zone:

LSAP_NewsMag-09-2020