Ein Schulneubau im Hauruckverfahren

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In der Gemeinderatssitzung vom 20. Oktober wurde der Entwurf für den Ausbau der Albert-Wingert-Schule und die Renovierung und der Ausbau der Lydie-Schmit-Schule, beides wichtige Projekte hinsichtlich der Umsetzung der geforderten Bildungslandschaft, präsentiert.

Anfang 2021 wird demnach ein Modulbau in der Albert-Wingert-Schule errichtet, um Schüler der Lydie-Schmit-Schule aufnehmen zu können, da voraussichtlich ab September 2021 die Renovierungsarbeiten und der Ausbau an dieser Schule beginnen sollen. Insgesamt wurden für dieses Projekt in der Albert-Wingert-Schule 4 verschiedene Varianten aufgezeichnet, schlussendlich entschied man sich für den nun präsentierten Entwurf.

Auf unsere Frage hin, wieso man sich überhaupt für einen Modulbau mit einer voraussichtlich maximalen Lebensdauer von 40 Jahren entschieden habe, führte der zuständige Projektleiter die wesentlich kürzere Bauphase an, da ein solcher Modulbau innerhalb weniger Monate einsatzbereit wäre. In unseren Augen wäre ein herkömmlicher Bau oder eventuell ein Holzbau die weitaus bessere Wahl gewesen, ist die Lebensdauer hierbei doch um einiges länger.  

Bei der Lydie-Schmit-Schule indes machte man sich nicht mal die Mühe, eine städtebauliche Analyse durchzuführen, um die bestverträgliche Variante daraus herzuleiten. Dies wurde uns in der Sitzung auch bestätigt. Ein einziges Konzept eines dreistöckigen Anbaus bzw. Vorbaus im Schulhof wurde ausgearbeitet und präsentiert. Die direkten Auswirkungen auf die Umgebung und vor allem auf die historische Fassade der Schule wurden, wie es scheint, einfach ignoriert. Wir sind uns dessen völlig bewusst, dass die Renovierung und ein Ausbau der Schule dringend notwendig sind, jedoch verlangen wir, dass auch hier eine städtebauliche Analyse durchgeführt wird und die Vor-und Nachteile der jeweiligen Varianten gegeneinander abgewogen werden. Warum nicht zum Beispiel ein Anbau an die Häuser der Eugène-Heynen-Straße? Dies hätte den Vorteil, dass der Pausenhof, bereits jetzt schon von überschaubarer Größe, nicht noch an Fläche einbüßen müsste und die Anwohner weniger durch den Anbau beeinträchtigt wären. Natürlich müsste man bei dieser Variante einen Zugang zu den sich dahinter liegenden Garagen gewährleisten.

Für uns entsteht hier ganz klar der Eindruck, dass man ein schnelles Konzept vorschlägt, um im Hauruckverfahren die Arbeiten an der Lydie-Schmit-Schule zu beginnen und diese im Jahr 2023, also vor den nächsten Gemeinderatswahlen, einweihen zu können – koste es, was es wolle. Wir fordern daher den Schöffenrat auf, weitere Varianten zu überprüfen und zu analysieren und nicht nur das Wahljahr 2023 vor Augen zu haben. Deshalb erwarten wir vom Schöffenrat, ein Konzept vorzulegen, welches folgende Hauptaspekte beinhaltet:

  • Denkmalschutz: Da es sich bei der LS Schule um ein schützenswertes Gebäude handelt, ist es von großer Bedeutung, wie sich ein neuer Baukörper vor dem alten Gebäude integriert. Ist es sinnvoll die historische Fassade mit dem neuen Gebäude zu verdecken? Wir denken, dass dem nicht so ist, sondern dass im vorliegenden Fall die neue Architektursprache nicht zur Schule passt und diese regelrecht degradiert. Das Mitwirken vom “Service national des sites et monuments nationaux” ist in diesem Fall unabdingbar, damit das Projekt auch gelingt.

  • Naturschutz: Das Projekt erfordert das Fällen von 2 älteren Laubbäumen, welche eine Art grünen Korridor und eine Verbindung vom Wald bis in die darunter liegenden Gärten bilden. Dieser Korridor wird unter anderem von verschiedenen Tieren benutzt, um an ihre Nahrungsquellen zu kommen, welche sich oft in den privaten Gärten befinden. (Obst, Gemüse, Hülsefrüchte…)
  • Prüfen der Auswirkungen auf die Umgebung und benachbarten Grundstücke, denn es handelt sich hier um einen großen städtebaulichen Eingriff in das Innere eines bestehenden Wohnblocks.
  • Schulhof/Pausenhof: Da sich die Fläche um ungefähr ein Drittel reduzieren würde, ist es umso wichtiger, die restliche Fläche sinnvoll und intelligent zu planen und zu gestalten. Deshalb fordern wir, dass diese Fläche jetzt geplant und während der Renovierungs- und Ausbauarbeiten in die Tat umgesetzt werden kann.