“Muss dat elo wierklech sinn?” – Die “Femmes Socialistes” zu einem möglichen Streik im Pflege- und Sozialsektor.

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Die Kollektivvertragsverhandlungen im luxemburgischen Gesundheitssektor (FHL) und im Pflege- und Sozialsektor (SAS) sind an einem Tiefpunkt angelangt.

Bereits seit Jahren verhandeln und streiten die Gewerkschaften sich mit dem Patronat um die seit langem geschuldeten Aufwertungen der Laufbahnen und Gehälter für alle Beschäftigten in diesen Sektoren. Fast ein Jahr nach der Großdemonstration mit mehr als 9.000 Teilnehmern weigert das Patronat sich immer noch, die gesamte geschuldete Aufwertung der Laufbahnen in den Kollektivverträgen festzuhalten und fordert somit alle Beschäftigten des Gesundheits- und des Pflegesektors zu einem Machtkampf heraus.

Die Gewerkschaften rüsten nun zum Streik, dem Allerersten in diesen Bereichen in der Geschichte von Luxemburg.

Doch was würde dies für Luxemburg bedeuten, wenn von einem Tag auf den Anderen sämtliche Kinderkrippen, Maisons Relais, Krankenhäuser, Alters-und Pflegeheime nicht mehr, oder wie im Falle der Krankenhäuser nur noch bedingt (Notfälle), funktionieren würden? Wenn Eltern ihre Kinder nicht in der Krippe abgeben können oder Angehörige ihre Familienmitglieder im Pflegeheim unterstützen müssen und deshalb nicht zur Arbeit können? Wer wird dann im Kassenschalter oder im Bankschalter sein?

Wir „Femmes Socialistes“ befürchten einen totalen Zusammenbruch in unserem Land und fordern das Patronat dringendst auf, diesen Streik zu verhindern! Wir sind überzeugt, dass die dabei entstehenden wirtschaftlichen Verluste für Luxemburg die für die Beschäftigten geschuldeten Aufwertungen um ein Mehrfaches übersteigen werden. Verluste, die vollkommen unnötig sind, da unsere Regierung bereits mehrfach öffentlich bestätigt hat, dass die Finanzierung der Aufwertung der Gehälter gesichert ist!

Die „Femmes Socialistes“ weisen zudem darauf hin, dass die Weigerung des Patronats, die korrekte Bezahlung nach Diplomen zu zahlen, in einem Bereich in dem 80% der Beschäftigten Frauen sind, letztlich dazu führt, dass Frauen auch weiterhin schlechter für die von ihnen geleistete Arbeit bezahlt werden als Männer. Es sind genau diese Formen von strukturellen Benachteiligungen, die es für uns zu bekämpfen gilt!