“Kulturpolitik ist Gesellschaftspolitik”

Neiegkeeten, Pressecommuniquéën

Unmittelbar im Anschluss an die “Assises culturelles” präsentierte die LSAP am Dienstag, den 3. Juli 2018 ihre Vorschläge und Prioritäten für eine moderne, zukunftsgerichtete und nachhaltige Kulturpolitik. Kultur ist für die sozialistische Partei nicht Vergnügung für einige Wenige, sondern vielmehr ein Grundrecht als Teil der gesellschaftlichen, demokratischen Partizipation und demnach ein Instrument für Integration und Inklusion.

 

 

“Kulturpolitik ist Gesellschaftspolitik.” Franz Fayot unterstrich gleich eingangs der Pressekonferenz die Bedeutung und den Stellenwert, den Kulturpolitik für die LSAP hat. “Und deshalb braucht Luxemburg ein starkes, eigenständiges Kulturministerium”, sagte der Abgeordnete und kulturpolitische Sprecher der sozialistischen Fraktion.

Trotz eines guten Regierungsprogramms sei zu wenig umgesetzt worden, monierte Fayot. Hierzu passe, dass es sich bei dem zwei Tage zuvor vorgestellten Kulturentwicklungsplan eher um einen Plan für eine administrative Reform handele, eher um einen Katalog mit verschiedenartigen Maßnahmen, die eigentlich längst hätten umgesetzt sein können, als um einen ambitiösen Plan zur nationalen Kulturentwicklung.

Inklusion und Integration

Für Simone Asselborn-Bintz, Abgeordnete und Kulturschöffin in Sanem, ist Kultur ein zentraler Faktor für Inklusion und Integration. “Kulturelle Bildung – als wichtiger Teil der Allgemeinbildung – ist demnach ein Kernthema in den von der parteiinternen Arbeitsgruppe ‘Kultur’ ausgearbeiteten Vorschlägen zum LSAP-Wahlprogramm”, so Asselborn-Bintz. Die LSAP spricht sich für eine engere Zusammenarbeit von Schulen, Kultureinrichtungen und Kulturschaffenden aus. Die Einführung eines Kulturpasses, der Schülern und Studenten freien Eintritt zu allen öffentlichen Kultureinrichtungen ermöglicht, soll diesen Austausch noch verstärken.

In der Folge ihrer Vorrednerin sprach sich die Schriftstellerin und Präsidentin der Steinseler Kulturkommission Monique Feltgen für die konsequente Förderung der Lesekultur in Schulen mittels konkreten Projekten und für die Intensivierung des landesweiten Austauschs von Schriftstellern und Schulen aus. Literaturpolitisch will sich die LSAP, wie Monique Feltgen erklärte, dann auch für eine systematische Förderung der luxemburgischen Literatur im In- und Ausland einsetzen. “Wir brauchen eine langfristige Vision für die luxemburgische Literaturszene”, so Feltgen.

Förderung des Exports

Aber auch alle anderen Kunstrichtungen sollen im Ausland aktiv und verstärkt gefördert werden. Zu diesem Zweck regt die LSAP, wie John Rech erklärte, die Gründung von “LuxCreation” als nationale Agentur für die kreativen und kulturellen Berufe und Vereinigungen an. Neben der Förderung des Exports soll “LuxCreation”, so der Musiker, Komponist, Zeichner und “Booking Manager” der Stadt Düdelingen, die einzelnen Künstlerinnen und Künstler in ihrer Entwicklung begleiten und ihnen beratend, u.a. administrativ und juristisch, zur Seite stehen.

Leben statt überleben

Ein zentrales kulturpolitisches Anliegen der LSAP umriss Taina Bofferding, Abgeordnete und kulturpolitische Sprecherin der LSAP-Fraktion. “Die Kulturschaffenden müssen von ihrer Arbeit leben und nicht bloß überleben können”, fasste sie das Maßnahmenpaket zusammen mit dem die sozialistische Partei die Arbeits- und Lebensbedingungen der Künstler verbessern und deren Statut aufwerten will. In diesem Sinne will die LSAP den Spezialurlaub für Kultur wiederbeleben, neue Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Kultur- und Kreativbereich schaffen, die reduzierte Mehrwertsteuer auf alle künstlerichen Tätigkeiten und Angebote ausweiten und die arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen der auf Produktionsdauer Beschäftigten (“intermittents”) regeln.

Das Schlusswort indes kam dem Moderator der Pressekonferenz und LSAP-Kandidaten im Wahlbezirk Zentrum Gabriel Boisanté zu. “Kultur legt die notwendige Basis für eine funktionierende Demokratie in einer interkulturellen Gesellschaft. Deshalb engagiere ich mich persönlich für Kultur, deshalb bin ich heute hier. Oder um es mit dem Motto der heutigen Pressekonferenz zusammenzufassen: ‘Kulturpolitik zu Lëtzebuerg ass eng Aufgab fir d’LSAP!'”