„Union des propriétaires“: Profitdenken über alles!

Communiqués de presse - Secrétariat général


Luxemburg erlebt derzeit eine riesige Welle der Solidarität. Die gesamte Bevölkerung setzt sich, jeder auf seine Weise und im Rahmen seiner Möglichkeiten, angesichts der aktuellen Corona-Krise für seine Mitmenschen ein. Die gesamte Bevölkerung? Nicht ganz! Ein kleiner Teil entzieht sich dieser Solidarität. Zu diesem zählt die „Union des propriétaires“. Sie hat dieser Tage ihr wahres Gesicht gezeigt.

Luxemburg verfügt über ein gut aufgestelltes Gesundheitssystem. Dennoch sterben auch im Großherzogtum Menschen am Coronavirus, etliche infizierte Personen, von denen einige sich in einem kritischen Zustand befinden, werden aktuell stationär behandelt, wiederum andere sind in ihren eigenen vier Wänden in Quarantäne. Der vermeintlich gesunde Teil der Bevölkerung muss starke Einschränkungen seiner persönlichen und alltäglichen Freiheiten hinnehmen. Besonders bedrückend ist die Situation für ältere Menschen oder für Personen mit bestimmten Vorerkrankungen, die besonders gefährdet sind.

Schwerstarbeit, unter Einsatz ihrer eigenen Gesundheit, leisten derzeit zahlreiche Berufsgruppen, teilweise unterstützt durch unzählige Freiwillige im Gesundheits- und Pflegebereich, bei den Notdiensten, im Handel, im Personen- und Gütertransport, im Hygienedienst um nur diese zu nennen.

Leidtragende der derzeitigen Krise sind aber auch die Betriebe. Allen voran die kleinen und mittleren Betriebe, die ihre Tätigkeiten aufgrund der verordneten Sanitärmaßnahmen einstellen mussten. Die Regierung hat ohne zu zögern Sofortmaßnahmen ergriffen, um drohende Konkurse abzuwenden und dem Verlust von Arbeitsplätzen entgegenzuwirken. Weitere, umfangreiche Beihilfen werden in Aussicht gestellt. Diese Maßnahmen werden über den Staat, also solidarisch finanziert. Sie dienen nicht nur dem Überleben einzelner Betriebe, sondern verbessern die Chancen auf eine rasche Erholung der Gesamtwirtschaft nach dem Ende der sanitären Krise.

Einzelne Gemeinden wollen diese Bemühungen der Regierung unterstützen. Die politisch Verantwortlichen der Hauptstadt, von Düdelingen, Esch und Ettelbrück haben in diesem Sinne erklärt, bis zum Ende der Corona-Krise auf die Miete der gemeindeeigenen Geschäftslokale zu verzichten.

Yves Cruchten: „Egoismus fehl am Platz“

Ein komplett entgegengesetztes Signal indes sendete die „Union des propriétaires“ dieser Tage aus, als sie ihren Mitgliedern geraten hat, dem Beispiel der oben genannten Gemeinden derzeit nicht zu folgen und die Mieten für Geschäftslokale nicht auszusetzen. Damit hat die Vereinigung sich öffentlich und eindeutig von der Gesellschaft desolidarisiert und ihr wahres Gesicht gezeigt. Der „Union des propriétaires“ geht es einzig und allein um den Profit. In bester neoliberaler Manier streichen sie in guten Zeiten üppigste Mietgelder von Geschäftsleuten ein und sind auch in Bezug auf Mietpreiserhöhungen nicht zimperlich. Mietrückstände werden in vielen Fällen gnadenlos eingetrieben bzw. das Mietverhältnis wird gekündigt.

„In diesen Krisenzeiten hält die Bevölkerung zusammen. Gewerkschaften und Arbeitgeber suchen gemeinsam mit der nationalen und kommunalen Politik nach Lösungen. Alle sind sich bewusst, dass wir nur gemeinsam eine Chance haben, diese Krise ohne unerträglich hohe Verluste zu überstehen. Die egoistische Grundhaltung der „Union des propriétaires“, die ihre Mitglieder auffordert, sich nicht an den gemeinsamen Anstrengungen zu beteiligen, ist völlig fehl am Platz“, betont LSAPPräsident Yves Cruchten. „Dies ist ein Schlag ins Gesicht nicht nur der Mieter, der Geschäftsleute und ihrer Angestellten, sondern der gesamten Luxemburger Gesellschaft.”

Yves Cruchten unterstreicht gleichzeitig, dass man die Aussage der Vereinigung der Immobilienbesitzer nicht verallgemeinern dürfe. Glücklicherweise gebe es auch Vermieter, die dem „Ratschlag“ ihrer vermeintlichen Interessensvertreter nicht folgen würden und aus einer menschlichen und vor allem auch wirtschaftlich sinnvolleren Überlegung heraus, ihren Mietern, wenn nicht einen Mieterlass, dann aber einen Nachlass oder zumindest eine zeitliche Verschiebung der Mietzahlung gewähren.

Die LSAP jedenfalls nimmt die unannehmbare weil zutiefst unsolidarische Haltung der „Union des propriétaires“ zur Kenntnis und sieht sich durch diese nur bestätigt, ihre Anstrengungen im Kampf gegen einen auf Spekulation und Gewinnmaximierung ausgerichteten Immobilienmarkt zukünftig noch zu verstärken.     Mitgeteilt vom LSAP?Generalsekretariat  am Mittwoch, 25.3.2020