“Der Impfstoff ist ein willkommener Lichtblick. Doch bevor er einen ausreichenden Schutz bieten kann, müssen wir dem Virus, gerade in den kritischen Wintermonaten, mit Disziplin und Verstand begegnen.  Der Kampf gegen das Virus ist kein Sprint, sondern ein harter Marathon. Die letzten Kilometer vor dem Ziel sind die schwierigsten. Dies bedeutet, dass, auch wenn ein Ende in Sicht ist, dem Virus auch weiterhin keine Angriffsfläche geboten werden darf.” An engem “zu Gast”-Bäitrag an der neister Editioun vum ‘Lëtzebuerger Land’ befaasst de Mars di Bartolomeo sech mam Corona-Vaccin. De President vun der parlamentarescher Gesondheetskommissioun geet ob d’Wichtegkeet vun enger Impfung an, warnt awer eben och virdrun, ze schnell ‘d’Garde’ virun deem onsiichtbare Feind opzeginn.

 

“Coronavirus-Impfung: Lichtblick mit Vorsicht”

 

Während das Coronavirus keine Schwäche zeigt und nach wie vor viel zu viele Menschen daran erkranken und sogar sterben, gibt es einen Lichtblick: Die europäische Arzneimittel-Agentur EMA ist dabei, gleich mehrere Impfstoffe eingehend zu prüfen. Eine Zulassung ist wohl nur noch eine Frage der Zeit.

Auch wenn das nicht das Ende der Pandemie bedeutet und alle bekannten Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln weiterhin notwendig sind, bieten die Impfstoffe eine Perspektive: Mittelfristig sind sie die beste Möglichkeit, um das Virus einzudämmen und mehr von ebenjener Normalität zurückzugewinnen, die wir seit Monaten mit wachsender Ungeduld herbeisehnen.

Dass die Impfstoffe in Rekordzeit entwickelt werden konnten, lässt sich unter anderem durch die beispiellose Zusammenarbeit von öffentlichen und privaten Experten aus Wissenschaft und Forschung erklären, denen massive finanzielle und personelle Mittel zur Verfügung gestellt wurden.

Durch ihre ausführlichen Untersuchungen muss die EMA jetzt sicherstellen, dass es keine Abstriche bei den Zulassungsstandards gibt, und dass die verschiedenen Impfstoffe alle Auflagen in puncto Qualität, Sicherheit, Wirksamkeit und Verträglichkeit erfüllen. Die EMA lässt sich hier richtigerweise nicht von der Politik unter Druck setzen und zieht Gründlichkeit und Vorsicht Schnelligkeit vor.

Durch die Beteiligung am zentralen Kaufprogramm der Europäischen Kommission wird Luxemburg angemessen versorgt werden und rund 800.000 Menschen impfen können. Das exakte Datum der ersten Lieferungen bleibt einstweilen ungewiss – doch die Regierung, allen voran das Gesundheitsministerium, arbeitet seit August an einer umfangreichen Impfstrategie, die kürzlich vom nationalen Ethikrat gutgeheißen und der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. So wird die Impfung freiwillig und kostenfrei sein und prioritär jene Menschen anvisieren, die im Dauereinsatz gegen das Virus kämpfen und mit kranken oder gefährdeten Personen in Kontakt sind. Anschließend werden gefährdete Personen geimpft. Geplant sind fünf Impfzentren in allen Regionen des Landes, sowie mobile Einsatztruppen, um gefährdete Personen in Strukturen zu erreichen.

Darüber hinaus wird das Vertrauen der Menschen in die Sicherheit der Impfstoffe ein elementarer Baustein einer erfolgreichen Impfkampagne sein. Dabei müssen die Ängste, Sorgen und Zweifel der Menschen ob der kurzen Entwicklungszeit und der schnellen Zulassungsprozedur der Impfstoffe ernst genommen werden. Hier bedarf es einer klaren Kommunikation, Aufklärungsarbeit und Transparenz seitens der Regierung, um eine möglichst hohe Akzeptanz für die Impfung zu schaffen und so eine ausreichende Immunisierung der Bevölkerung zu erreichen.

Die Regierung wird den Prozess begleiten und überwachen, um die Umsetzung der Strategie anzupassen und etwaige Nebenwirkungen zu erfassen und angemessen reagieren zu können.

Noch gibt es nicht auf alle Fragen eine Antwort. Eine absolute Sicherheit wird es ohnehin nie geben. Doch etwaigen Risiken muss man den Nutzen von Impfungen entgegensetzen, die Leben retten und schweren Erkrankungen vorbeugen. Das hat die Geschichte bewiesen.

Der Impfstoff ist ein willkommener Lichtblick. Doch bevor er einen ausreichenden Schutz bieten kann, müssen wir dem Virus, gerade in den kritischen Wintermonaten, mit Disziplin und Verstand begegnen.  Der Kampf gegen das Virus ist kein Sprint, sondern ein harter Marathon. Die letzten Kilometer vor dem Ziel sind die schwierigsten. Dies bedeutet, dass, auch wenn ein Ende in Sicht ist, dem Virus auch weiterhin keine Angriffsfläche geboten werden darf.